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Neue EU-Regeln: Betrifft dich die Verpackungsverordnung jetzt auch?

Verpackung               Foto: Adobe Stock
Verpackung Foto: Adobe Stock

Ab dem 12. August 2026 gilt sie in der gesamten EU: die neue Verpackungsverordnung, kurz PPWR. Und ich gebe zu – als ich mich das erste Mal damit beschäftigt habe, dachte ich: Bitte nicht noch mehr Bürokratie.

Wenn du ein kleines Handmade-Label hast und deine Produkte verschickst, hast du dir wahrscheinlich dieselben Fragen gestellt wie ich:Bin ich überhaupt betroffen? Bin ich Hersteller? Muss ich jetzt neue Kartons kaufen?

Die gute Nachricht zuerst: Nicht jeder muss von heute auf morgen alles umstellen. Aber es lohnt sich, das Thema jetzt zu verstehen.


Worum geht es überhaupt?

Das Ziel der EU ist klar: Weniger Verpackungsmüll und mehr Nachhaltigkeit.

Verpackungen sollen künftig

  • möglichst wenig Material verbrauchen,

  • gut recycelbar sein,

  • weniger problematische Stoffe enthalten und

  • langfristig umweltfreundlicher werden.

Anders als viele frühere EU-Richtlinien gilt die PPWR direkt in allen Mitgliedstaaten. Es gibt also einheitliche Regeln statt vieler unterschiedlicher nationaler Vorgaben.


Bin ich als Handmade-Unternehmen betroffen?

Kurz gesagt: Ja – wahrscheinlich schon.

Sobald du deine Produkte in einem Karton, Umschlag oder einer Versandverpackung verschickst und diese erstmals auf den EU-Markt bringst, spielst du bei der Verordnung eine Rolle. Das betrifft nicht nur große Unternehmen, sondern grundsätzlich auch kleine Labels. Einige Pflichten sind für Kleinstunternehmen zwar einfacher ausgestaltet, die grundlegenden Anforderungen gelten aber trotzdem.


Wann bin ich Hersteller eines Versandkartons?

Das sorgt bei vielen für Verwirrung.

Du bist nicht der Hersteller des Kartons, weil du ihn zusammenfaltest oder zuklebst.

Als Hersteller im Sinne der Verordnung gilt in vielen Fällen derjenige, der die Verpackung oder das verpackte Produkt erstmals auf dem EU-Markt bereitstellt. Wenn du also dein selbstgemachtes Produkt in einen Karton packst und an deine Kundin verschickst, bringst du diese Verpackung zusammen mit deinem Produkt in den Verkehr. Damit trägst du Verantwortung dafür, dass die verwendete Verpackung den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Das bedeutet aber nicht, dass du deine Kartons künftig selbst entwickeln oder produzieren musst.


Was solltest du jetzt tun?

Keine Panik. Ich würde Schritt für Schritt vorgehen.

1. Schau dir deine Verpackungen an.

Braucht dein Produkt wirklich den großen Karton? Oder reicht vielleicht eine Nummer kleiner?

Zu viel Luft im Paket soll künftig vermieden werden. Die EU möchte, dass Verpackungen nur so groß sind wie nötig.

2. Kaufe bei seriösen Verpackungslieferanten.

Frage ruhig nach, ob die Kartons und Versandverpackungen PPWR-konform sind oder welche Informationen der Hersteller dazu bereitstellt.

3. Verwende möglichst gut recycelbare Materialien.

Papier und Karton sind oft einfacher zu recyceln als Materialmischungen oder aufwendig beschichtete Verpackungen.

4. Behalte neue Informationen im Blick.

Die PPWR kommt nicht mit einem einzigen Stichtag. Viele Detailregelungen werden erst nach und nach umgesetzt und gelten teilweise erst ab 2030 oder später.


Lass dich nicht verrückt machen.

Ich verstehe, dass viele kleine Handmade-Unternehmen bei solchen Gesetzen erst einmal schlucken. Wir möchten kreativ sein, schöne Produkte herstellen und unsere Kundinnen glücklich machen – und nicht stundenlang Gesetzestexte lesen.

Aber ich glaube auch: Wer schon heute bewusst verpackt, unnötiges Material spart und hochwertige, recycelbare Versandverpackungen nutzt, ist bereits auf einem guten Weg.

Die PPWR soll vor allem dafür sorgen, dass wir alle weniger Verpackungsmüll produzieren. Das ist grundsätzlich eine gute Idee. Wichtig ist nur, dass kleine Betriebe dabei nicht den Überblick verlieren.

Deshalb mein Rat: Nicht verrückt machen lassen. Informieren, die eigenen Verpackungen einmal kritisch anschauen und bei Unsicherheiten den Verpackungslieferanten oder die zuständige Stelle fragen.

So bleibt mehr Zeit für das, was wir eigentlich lieben: mit unseren Händen etwas Schönes zu schaffen.

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