Diesen Fehler machen die meisten Anfänger beim Körbehäkeln
- Melanie

- 16. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Technik verstehen und keine Experimente zu Beginn
Du hast das Körbehäkeln für dich entdeckt. Die ersten Videos auf YouTube sind angeschaut, die Motivation ist riesig und die Einkaufsliste ist abgehakt. Ein Holzboden, ein Knäuel Bobbiny-Garn und eine passende Häkelnadel liegen bereit. Jetzt kann es losgehen.
Doch genau an diesem Punkt machen viele Anfänger den gleichen Fehler: Sie wollen zu viel auf einmal ausprobieren.
Starte mit einem einfachen Muster
Für deinen ersten Korb würde ich dir raten, auf Experimente zu verzichten. Es gibt unzählige Muster, aber am Anfang sorgt das oft nur für Frust.
Ich empfehle dir den Strickstich. Das ist das Muster, das aussieht, als wäre der Korb gestrickt. Tatsächlich besteht es aus festen Maschen. Der Unterschied liegt nur darin, wo eingestochen wird: Nicht in das obere Maschenglied, sondern in das kleine V auf der Vorderseite der Masche. Dadurch entsteht die typische, gleichmäßige Optik, die viele an handgefertigten Körben so lieben.
Der Übergang entscheidet über das Ergebnis
Mindestens genauso wichtig wie das eigentliche Muster ist der Übergang zwischen den Runden. Viele häkeln Körbe in einer Spirale. Ich arbeite lieber in abgeschlossenen Runden, weil der Korb dadurch sauberer aussieht und das Muster gleichmäßig verläuft.
Für den Übergang gibt es verschiedene Techniken. Meine Lieblingsmethode ist der unsichtbare Übergang. Er sorgt dafür, dass Anfang und Ende einer Runde praktisch nicht mehr zu erkennen sind. Das Ergebnis wirkt deutlich hochwertiger.
Das Schöne daran: Diese Technik eignet sich nicht nur für Körbe. Auch bei Taschen, Untersetzern oder Platzsets kannst du sie wunderbar einsetzen.
So funktioniert der unsichtbare Übergang
Das Prinzip ist eigentlich gar nicht kompliziert. Wenn du die letzte Masche einer Runde häkelst, liegen zwei Schlaufen auf deiner Nadel. Normalerweise würdest du jetzt den Arbeitsfaden durchziehen. Beim unsichtbaren Übergang verwendest du stattdessen einen Hilfsfaden. Dieser wird komplett durch beide Schlaufen gezogen.
Anschließend ziehst du den Hilfsfaden durch die erste Querschlaufe der Runde. Danach führst du ihn wieder zurück in die letzte Masche und ziehst ihn auf die Rückseite. Dort wird er noch einmal durch die hintere Querschlaufe geführt.
Dadurch entsteht optisch genau das Maschenglied, das an dieser Stelle eigentlich fehlen würde. Der Rundenabschluss verschwindet nahezu vollständig.
Der Hilfsfaden wir zu beginn der Arbeit entsprechend lang hängen gelassen. Er begleitet dich bis zum Ende deines Korbes.

Verstehe das Prinzip statt auswendig zu lernen
Mein Tipp: Versuche nicht nur die einzelnen Handgriffe nachzumachen. Schau dir einmal genau an, wie der Faden durch eine fertige Masche verläuft. Wenn du dieses Prinzip verstanden hast, wird dir der unsichtbare Übergang plötzlich ganz logisch erscheinen.
Manchmal hilft dabei auch eine gute Videoanleitung. Besonders empfehlen kann ich das YouTube-Video von Seenadel. Dort wird der unsichtbare Übergang Schritt für Schritt und sehr verständlich erklärt.
Beim Körbehäkeln kommt es nicht darauf an, möglichst viele Techniken gleichzeitig zu lernen. Viel wichtiger ist es, die Grundlagen sauber zu beherrschen. Starte mit einem einfachen Muster, arbeite in abgeschlossenen Runden und nimm dir die Zeit, den unsichtbaren Übergang zu verstehen. Glaub mir: Sobald du das Prinzip verinnerlicht hast, macht das Körbehäkeln noch mehr Spaß – und deine Körbe sehen von Anfang an professionell aus.
Ich wünsche dir ganz viel Freude bei deinem nächsten Projekt.



